End Of Year Mix 2018 – Meine Top 12 Tracks des letzten Jahres

2018 war für mich von einer Vielzahl großartiger Songs geprägt. Die 12 großartigsten habe ich jetzt in einem End Of Year Mix gewürdigt – einen für jeden Monat. Die einzelnen Tracks sind so vielfältig wie das vergangene Jahr und reichen stilistisch und geografisch einmal um die Welt. Was sie jedoch alle gemeinsam haben – sie stehen für den Kern dessen, was Musik für mich ausmacht. Wie immer ist alles live gemixt, mit Ecken und Kanten.

Der Mix

Die Tracks

01/02: Don Diablo ft. Emeli Sandé & Gucci Mane – Survive (Original Mix + VIP Mix)

Es gibt wenige elektronische Künstler, bei denen ich behaupten würde, ich höre sie regelmäßig seit mehreren Jahren. Einer von ihnen ist Don Diablo. Seit „Black Mask“ 2014 haben viele seiner Tracks den Weg in meine Kollektion gefunden. Seine permanente musikalische Weiterentwicklung ist beeindruckend und gipfelte 2018 in „Survive“ – einem für Don Diablo eher untypischen Midtempo-Track mit Vocals der Größen Emeli Sandé und Gucci Mane. Gleichzeitig releaste er auch einen VIP Mix von „Survive“, der im Gegensatz zum Original die typische Future-House-Note des Künstlers aufweist. Original und VIP-Mix sind beides klasse Tracks, kreativ und technisch hervorragend. Da es sich letztendlich um den gleichen Song handelt, nimmt das kombinierte „Survive“ auf meiner Top-Liste einen der 12 Plätze ein.

03: Vintage Culture, Adam K – Save Me (feat. MKLA)

Der zweite Track im Mix ist gleichzeitig der aktuellste. Erst im Dezember 2018 veröffentlicht, ist „Save Me“ ein Beispiel für einen Stil, bei dem ich vermute, dass er 2019 zum Trend wird. Genauer gesagt: Eine düstere Spielart von House mit fragmentierten, sich vom Sounddesign im Laufe des Liedes verändernden Basslines. „Save Me“ taugt jedoch nicht nur als Trendsetter, sondern auch als Kunstwerk für sich. Die Kombination aus hohen Vocals, dem dunklen Bass und nahezu minimalistischen Vibes erzeugt eine geisterhafte Atmosphäre, die zum richtigen Zeitpunkt gespielt die Crowd in ihren Bann ziehen kann.

04: BLR – Wildfire

Bei „Wildfire“ handelt es sich eventuell um meinen insgeheimen Track des Jahres. Als ich ihn das erste Mal hörte, wusste ich gleich, dass er mich eine lange Zeit begleiten würde. Seitdem ist BLR für mich der heimliche Meister der Basslines, da er es wie kein anderer versteht, sanfte Deep House Tracks durch einen treibenden Bass eine unbändige Energie zu verleihen. Der Drop von „Wildfire“ ist muskalisch unter dem Besten, was ich 2018 gehört habe und ich bezweifle, dass er 2019 von vielem getoppt wird. Die Kombination aus der genialen Einfachheit der Bassline, der schattenhaften Melodie und dem Hauch eines perfekten Nichts macht den Tracks zu einem nicht wegzudenkenden Bestandteil meiner Top 12-Liste für 2018.

05: DJ Snake & Niniola – Maradona Riddim

2018 wird vor allem durch seinen langen, heißen Sommer in Erinnerung bleiben. Drei meiner wichtigsten Sommerhits machen die Positionen 05 bis 07 in diesem Mix aus. Beim ersten handelt es sich um „Maradona Riddim“. Das Original („Maradona“) stammt von der nigerianischen Sängerin Niniola und erhielt ein elektronisches Makeover von DJ Snake, ohne dass dieser viel am Track änderte. Zwar versteht man ohne Yoruba-Kenntnisse nur den kleineren Teil des Texts, die Vibes von „Maradona Riddim“ sind allerdings über sprachliche Unterschiede hinweg zu spüren und machen den Song zu einem typischen Sommerhit, der zum Entspannen am Pool, aber auch zum Tanzen genau das Richtige ist.

06: Backstreet Boys – Don’t Go Breaking My Heart (Dave Aude Remix)

Eine antike Prophezeihung aus dem letzten Jahrtausend (1997) beschwor ein Ereignis, welches sich 2019 bewahrheiten würde: Backstreet’s back! Zwar waren die Backstreet Boys seit ihrer Glanzzeit in den 90ern nie komplett verschwunden, durch das für 2019 angekündigte Album und die kommende Deutschlandtournee sind sie hierzulande jedoch erst jetzt wieder komplett in den Blickpunkt getreten. Während die schon releasten Singles des neuen Albums nicht wirklich meinen Nerv treffen (klingt zu sehr nach Indie-Pop), kann ich das nicht über diesen Remix behaupten. Dave Aude verwandelte das Original in einen sommerlichen House-Hit, der bei gemächlichen 118 BPM genau das richtige ist, um ein paar abendliche Cocktails in einer Lounge zu begleiten. Natürlich mit Saxophon-Solo!

07: Armin van Buuren ft. Conrad Sewell – Sex, Love & Water

Wenn man Armin van Buuren hört, denkt man an Trance. Immerhin handelt es sich bei dem Niederländer um einen der Urväter des Genres und weithin bekannte Releases des letzten Jahres wie „Blah Blah Blah“ bestätigen den Eindruck, dass er dort sein musikalisches Zuhause hat. Doch Armin van Buuren kann auch anders und „Sex, Love & Water“ ist das beste Beispiel dafür – argumentativ und qualitativ. Ein Song wie ein warmer Sommerwind, der angenehm den Rücken kühlt, während man mit den Beinen im Wasser und einem Cocktail in der Hand am Pool entspannt.

08: Zulaykho – Bye Bye (Ramiro 2018 Remix)

Manchmal findet man die besten Songs, indem man nicht nach ihnen sucht. „Bye Bye“ ist das perfekte Beispiel hierfür und gleichzeitig der ungewöhnlichste Kandidat unter meinen Top 12 Tracks 2018. Grund: Es ist ein Song aus Tadschikistan. Von einer tadschikischen Sängerin. Auf tadschikisch. Wenn es eine Steigerung von „zufällig“ gäbe, würde ich damit beschreiben, wie ich auf den Song gestoßen bin. Es ist schwierig zu sagen, warum genau ich ihn so herausragend finde – vermutlich eine Mischung aus der Melodie, dem Aufbau des Songs und den exotischen Vibes. Fakt ist, dass bei der Recherche nach meinen Top 12 Tracks „Bye Bye“ ganz oben auf der Liste der meistgespielten Songs im Windows Media Player stand – und zwar mit Distanz.

[Disclaimer: Der Song im Video ist das Original. Der Remix ist nicht auf Youtube.]

09: QUIX & Matroda – Lambo

Der Übergang von „Bye Bye“ zu „Lambo“ markiert den radikalsten Break in meinem Mix. Doch wie sein Vorgänger ist „Lambo“ aus dem Jahresrückblick nicht wegzudenken. Die Gründe dafür müssen nicht immer komplex sein. Der Grund in diesem Fall: Das Teil ballert. Im Bereich 70-75 BPM gibt es nicht viele Songs, die mir gefallen – oft sind die Drops zu verzerrt und Dubstep-lastig. In diesem Fall nicht. Der Drop von „Lambo“ überzeugt durch seinen Minimalismus. Vorausgesetzt, man kann bei dem Bass, der einem die Hosen auszieht, von Minimalismus sprechen.

10: BTS feat. Desiigner – Mic Drop (Steve Aoki Remix)

Der Steve Aoki des Jahres 2018 gefällt mir sehr gut. Nachdem er davor einige Jahre größtenteils austauschbare EDM-Tracks produzierte, überzeugte er mich im letzten Jahr durch eine große Auswahl an eingänglichen und vielseitigen Releases (weiteres Beispiel: „Jackie Chan“). „Mic Drop“ ist in meiner Top-Liste, da es einfach ein extrem geiler Party-Song ist. Ein Song, den man sich gut bei „Project X“ vorstellen kann. Oder zumindest bei der koreanischen Version davon – BTS gehören nämlich zu den Megastars des K-Pop. Eigentlich habe ich keine Ahnung von dem Genre. Wenn mehr der Songs wie dieser klingen würden, wäre das definitiv anders. Das Feature mit Desiigner macht den Track zudem sehr freundlich für K-Pop-ungewohne Ohren, indem es einen alten Bekannten („Panda“) hinzufügt.

11: Party Favor & Baauer – MDR

Der 10. Song im End Of Year-Mix ähnelt seinem Vorvorgänger „Lambo“: Basslastig, unbekannt, keine Vocals, ballert. Außerhalb eingeweihter Kreise wird den meisten nur Baauer bekannt sein – einer der beiden Producer und gleichzeitig Verantwortlicher für den viralen „Harlem Shake“, der 2012 musikalisch prägte und danach genauso schnell wieder verschwand. „MDR“ überzeugt mich durch den wüsten Sound, den hämmernden, plötzlichen ersten Drop und den noch plötzlicheren Übergang zu Drum’n’Bass in der Mitte des Songs. Definitiv kein Musikstück, das man ständig hören kann, aber in Maßen genossen, entfaltet es seine wahre Energie.

12: Martin Garrix ft. Bonn – High On Life

An diesem Punkt ist das Bassgewitter vorübergezogen. Der letzte Teil des End Of Year-Mix ist den Songs gewidmet, die weniger durch ihre Energie überzeugen als durch ihre Schönheit. „High On Life“ ist der erste und deutlich bekanntere von ihnen. Die Öffentlichkeit bekam ihn das erste Mal als Closing Song von Tomorrowland 2018 zu hören. Der Song verkörpert das, was ich mit EDM verbinde – Emotion, Vocals zum Mitsingen und ein melodisches Finale im Drop. Eigentlich wäre „High On Life“ der perfekte Abschluss für diesen Mix, wäre da nicht…

13: San Holo ft. Bipolar Sunshine – brighter days

…San Holo. Der Niederländer mit der Star Wars-Referenz als Namen wurde durch seine Remixes von Hip Hop-Klassikern (z.B. „Ms Jackson“ oder diverse Snoop Dogg-Hits) bekannt. Seitdem hat sich sein Stil jedoch stark verändert und ist deutlich melodischer und harmonischer geworden. Die aktuellen Releases von San Holo haben etwas extrem Beruhigendes an sich, selbst jene mit 128 BPM. Das beste Beispiel hierfür ist „brighter days“. Der Song ist verträumt, sanft und strahlt trotz EDM-Geschwindigkeit eine enorme Ruhe aus. Die Vocals von bipolar sunshine (manchen bekannt durch den Gesang für „Middle“ von DJ Snake) tragen definitiv dazu bei. Durch diese Eigenschaften ist „brighter days“ perfekt als positiver Ausklang für einen vielseitigen Mix, der wiederum für ein positives und vielseitiges 2018 steht.

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